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Argentinien

Das Land

Argentinien ist flächenmässig der achtgrösste Staat der Erde und der zweitgrösste Südamerikas (ca. 67 Mal grösser als die Schweiz). Einwohnermässig ist es das drittgrösste Land des Kontinentes. Aufgrund seiner grossen Nord-Süd-Ausdehnung trifft man in Argentinien auf zahlreiche Klima- und Vegetationszonen. Weite Teile des Landes, besonders der trockene Süden, sind sehr dünn besiedelt.
Lassen auch Sie sich von der kulturellen Vielfalt des Landes verzaubern! Egal ob im faszinierenden Buenos Aires, in den wilden Berglandschaften Patagoniens, im Hochgebirge der Anden, an den Wasserfällen von Iguazu oder im Weingebiet Mendoza, Sie werden bestimmt Ihren Lieblingsplatz finden.

Wichtige Informationen:

Ausländische Botschaft in der Schweiz

Botschaft von Argentinien
Jungfraustrasse 1
3005 Bern
0041 31 356 43 43
www.suiza.embajada-argentina.gov.ar

Generalkonsulat im Ausland

Embajada de Suiza
Avenida Santa Fe 846
12° piso
1059 Buenos Aires
Argentina
0054 11 4311 6491

Telefonvorwahlen

0041 + Vorwahl Kanton (ohne 0) + Rufnummer
0054 + regionale Vorwahl (ohne 0) + Rufnummer

Landeswährung

Argentinischer Peso

Stromversorgung

220 Volt
Adapter notwendig. Diese erhalten Sie in Elektrofachgeschäften.

Verkehr

Rechtsverkehr
Für die Automiete ist der schweizerische Führerausweis anerkannt. Je nach Vermieter muss der Ausweis mindestens ein Jahr zuvor erworben worden sein. Der internationale Führerausweis wird empfohlen.
Mindestalter: 21 Jahre

Visumsinformationen

Schweizer Bürger benötigen für den Aufenthalt bis 90 Tage zum Zweck des Studiums an privaten Sprachschulen kein Visum.

Einreisebestimmungen

Schweizer Bürger benötigen für einen Aufenthalt bis 90 Tage einen gültigen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Einreisedatum hinaus gültig sein muss sowie ein Rückflugticket. Wenn Sie länger als 3 Monate bleiben möchten, müssen Sie die Verlängerung beim argentinischen Migrationsamt vor Ort beantragen.

Impfungen

Malaria: Ein minimales Risiko besteht in den Grenzregionen zu Bolivien und Paraguay. Schützen Sie sich ausreichend gegen Mückenstiche.
Dengue-Fieber: Die Krankheit tritt in Lateinamerika wieder vermehrt auf. Schützen Sie sich auch hier deshalb ausreichend gegen Mückenstiche.
Gelbfieber: Die Impfung wird empfohlen für die Provinzen Formosa und Misiones (inkl. Iguazu-Fälle) sowie für die Grenzregionen zu Paraguay, Brasilien und teilweise Bolivien.
Informationen zu empfohlenen Impfungen sowie detaillierte, aktuelle Angaben zu obigen Hinweisen erhalten Sie unter www.safetravel.ch oder bei Ihrem Hausarzt.

Versicherung

Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Versicherung, ob Sie für den Auslandaufenthalt ausreichend versichert sind.

Weiteres:

Zeitzonen

Argentinien ist im Verhältnis zur mitteleuropäischen Zeit (MEZ) vier Stunden zurück. Während der europäischen Sommerzeit sind es fünf Stunden.

Kulinarisches

Nicht nur die Menschen Argentiniens haben die unterschiedlichsten Wurzeln, auch die Küche ist von verschiedenen Ländern Europas beeinflusst. Besonders italienische Gerichte wie Pizza und Pasta findet man auf praktisch jeder Speisekarte. Das Land ist ausserdem bekannt für seine Rinderzucht, und das widerspiegelt sich auch bei den vielen Gerichten, die mit Rindfleisch zubereitet werden. Dazu gibt es noch regionale Unterschiede wie im Nordwesten des Landes, wo eine eigenständige Küche mit Gerichten aus Mais und Reis und eine pikantere Zubereitungsweise typisch sind.
Eines der beliebtesten Gerichte ist der Asado – die Grillmahlzeit. Man grillt häufig und gerne in Argentinien; in Gesellschaft von Familie oder Freunden. Gegrillt wird alles, was sich vom Rind, Schaf oder Schwein zubereiten lässt.
Eine typische Vorspeise oder Zwischenmahlzeit sind die Empanadas. Die Teigtaschen sind zum Beispiel mit Schinken und Käse, Hackfleisch oder vegetarisch mit Gemüse gefüllt, und sie werden gebacken oder frittiert serviert.
Aus der Küche der Arbeiterklasse stammen die verschiedenen Eintöpfe Argentiniens. Der Locro besteht hauptsächlich aus Maiskörnern, diversen Wurstarten und Fleischstücken sowie Kürbis. Das typische Mahl des 1. Mai und der Nationalfeiertage ist meist kräftig gewürzt. Der Locro wird vor allem im Norden des Landes zubereitet. In ganz Argentinien beliebt ist der Puchero aus Gemüse und Fleisch (Kartoffeln, Süsskartoffeln, Kürbis, Karotten, Fleisch, Mangold, Eier). Eintöpfe auf Basis von Nudeln oder Reis nennt man Guisos; sie werden meist mit Tomatensauce zubereitet und als Fleischeinlage verwendet man Rind- oder Hähnchenfleisch.
Wie erwähnt ist die italienische Küche in Argentinien sehr verbreitet, was mit dem hohen Anteil italienischer Einwanderer zu tun hat. Nicht alle Gerichte werden aber immer noch nach der traditionellen Art zubereitet. Die klassische argentinische Pizza hat einen grossen Umfang, der Teig und die Beilagenschicht sind dicker als bei der italienischen. Die beliebte Pasta wird in Argentinien oft länger gekocht und nicht al dente gegessen.
Das Nationalgetränk der Argentinier ist der Mate-Tee. Es heisst, er unterbinde das Hungergefühl, und der Koffeingehalt wirkt anregend. Neben dem heissen Mate-Tee gibt es auch kalte Varianten.
Die Weinanbaugebiete des Landes gehören zu den bedeutendsten der Welt. Auch hier hat der Einfluss diverser Einwanderungswellen gewirkt. So haben die angebauten Rebsorten unterschiedliche Quellen und die Reben wurden nicht immer unter dem korrekten Namen importiert, da es zum Teil Verwechslungen gab. Die meisten Weinbaubetriebe findet man in der Provinz Mendoza. Hier werden ca. 70% der argentinischen Weine erzeugt.
Buen provecho!

Kultur

Jorge Luis Borges, einer der bedeutendsten argentinischen Schriftsteller, sagte einst, dass der Argentinier ein Italiener ist, der Spanisch spricht und gerne Engländer wäre. Diese Aussage beschreibt den argentinischen Mix aus Menschen verschiedener europäischer Länder, welcher sich in der Kultur des Landes deutlich bemerkbar macht.
Mehr als 90% der ca. 40 Mio. Argentinier stammen nach der offiziellen Statistik von eingewanderten Europäern ab. Diese waren vor allem Italiener (ca. 35%) und Spanier (ca. 30%). Etwa 3 bis 4 % waren Deutsche. Die grösste Einwanderungswelle erlebte Argentinien zwischen 1880 und 1930.
Vor dem Eintreffen der Spanier lebten ca. 30 Ethnien in Argentinien. Heute bildet nur noch eine Minderheit der Bevölkerung Nachkommen dieser indigenen Völker. Je nach Quelle gehen die Angaben über die Anzahl der heutigen Indigenen auseinander. Sie werden auf 1 bis 1,5 Millionen geschätzt. Die grösste Gruppen sind die Kollas, die Mapuche und die Wichi. Ein Grossteil der Indigenen lebt heute in den Grossstädten und nicht mehr in den ursprünglichen Siedlungsgebieten.
Ein gesamtkulturelles Phänomen ist der Tango. Er erklärt die kulturelle Identität der Argentinier, vor allem der Porteños aus Buenos Aires.
Auch im Bereich der Literatur, des Theaters und des Films hat Argentinien einiges zu bieten. Ausserdem sind die Argentinier eines der fussballbegeistertesten Völker der Welt. Weitere beliebte Sportarten sind Rugby und Pferdesport (z.B. Polo).

Fauna und Flora

Die Vegetation und Tierwelt variieren stark innerhalb Argentiniens aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen.
Im Norden findet man in den tropischen und subtropischen Regenwäldern eine Vielzahl von tropischen Pflanzen. Der Gran Chaco, der sich ebenfalls im Norden befindet, zeichnet sich durch die savanneartige Vegetation aus. Der Süden und Ostes des Chacos hat ein milderes Klimas und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Der Norden dagegen ist noch grösstenteils ursprünglich.
Das typische Bild der Pampa zeigt ausgedehnte Graslandschaften mit ein paar wenigen Baumarten. Der feine, steinfreie Boden eignet sich gut zur landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, daher findet man nur noch wenig ursprüngliche Vegetation.
Wie in der Pampa herrschen auch in Patagonien die Gräser vor, jedoch angepasst an die trockeneren Umstände. Die Region liegt im Schatten der Anden und zeigt sich mit einer kargen und baumlosen Landschaft mit Sträuchern. Die Graslandschaften werden als Schafweiden genutzt, da sie wegen des steinigen Bodens für die Landwirtschaft nicht geeignet sind.
In der Gegend um die Anden und Feuerland findet man ausgedehnte Nadelwälder. In den höheren Lagen der nördlichen Anden entdeckt man Halbwüsten mit vielen Kakteen und Dornbüschen.
Besonders im tropischen Norden findet man eine sehr variantenreiche Tierwelt: Affen, Jaguare, Pumas, Waschbären, Tapire, verschiedene Reptilien sind nur eine Auswahl. Unter den Vogelarten sind hier Kolibris, Flamingos, Tukane und Papageien vertreten und in den Flüssen findet man unter anderem Piranhas.
Typische Tiere der Pampa sind Gürteltiere, Wölfe, Füchse, Hirsche und verschiedene Greifvögel.
Lamas und Guanacos sind verbreitete Tierarten in den kargen Regionen der Anden. Dort heimisch sind auch verschiedene Raubtiere wie die Bergkatze. Zugvögel wie Flamingos machen an den Salzseen der Region einen Halt.
Ganz im Süden, in Patagonien und Feuerland, ist das Tierleben nicht so vielfältig. Heimisch sind hier unter anderem Pumas und die Hirschart Pudú. An den Küsten Patagoniens leben Pinguine, Seebären und Robben.

Politische Lage

Aktuelle Informationen erhalten Sie unter www.eda.admin.ch.

Verkehrsmittel

Buenos Aires verfügt neben mehreren Busbahnhöfen über die älteste U-Bahn Lateinamerikas. Daneben stehen Strassenbahnen zur Verfügung. Taxis sind preiswert und leicht zu finden.

Volljährigkeit

In Argentinien wird die Volljährigkeit mit dem 21. Geburtstag erreicht.

Alkohol

Ab dem 18. Geburtstag ist der Genuss von Alkohol offiziell erlaubt.
Die Blutalkoholgrenze im Strassenverkehr beträgt 0,5 Promille.

Geschichte

Im 13. und 14. Jahrhundert breitete sich das Inka-Reich nach Süden aus und nahm um 1450 grosse Teile des Nordwestens von Argentinien ein (heutige Provinz Mendoza).
Als erster Europäer kam Amerigo Vespucci 1502 ins Land.
Argentinien wurde im 16. Jahrhundert von den Spaniern aus Peru und vom Atlantik her kolonialisiert. Erste Versuche zur Gründung einer spanischen Siedlung wurden am Rio de la Plata 1536 von den indigenen Bewohnern verhindert. Zunächst war das heutige Argentinien Teil des Vizekönigreiches Peru.
1776 wurde das Vizekönigreich des Rio de la Plata abgespalten. Die damalige Hauptstadt war bereits Buenos Aires, und neben Argentinien gehörten das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay zum Vizekönigreich.
Nach einem Befreiungskrieg gegen Spanien erlangte Argentinien am 9. Juli 1816 die Unabhängigkeit. Paraguay hatte sich damals bereits abgespalten, Bolivien und Uruguay folgten in den nächsten Jahren.
Von 1816 bis 1880 prägten Diktaturen und Bürgerkriege das Land.
Von 1880 bis 1912 war die Einwanderungszeit. Vor allem Italiener und Spanier kamen in das Land.
Von 1912 bis 1946 wechselten sich demokratische Regierungen mit Militärdiktaturen ab. 1946 wurde der Offizier Juan Domingo Perón zum Präsidenten gewählt. Er industrialisierte das Land während seiner ersten Regierungszeit (1946 – 1955). Wirtschaftliche Höhen und Tiefen lösten sich ab.
1955 bis 1983 herrschten abwechselnd zivile und Militärregierungen über das Land.
Perón regierte erneute von 1973 bis zu seinem Tod im Juli 1974. Nach seinem Tod wurde seine Ehefrau Isabel Perón Präsidentin. Die folgende Zeit war geprägt von Unruhen und Streiks. Oppositionelle und Kritiker verschwanden, zum Teil für immer.
1976 kehrte die Militärdiktatur nach dem Umsturz der Regierung zurück. Es verschwanden noch mehr Menschen, darunter zahlreiche Studenten, die genaue Zahl ist nicht bekannt.
1983 kehrte das Land zur Demokratie zurück.
Von 1998 bis 2002 gab es erneut eine schwere Wirtschaftskrise.
2003 wurde Néstor Kirchner zum neuen Staatsoberhaupt, 2007 seine Frau Cristina Fernández de Kirchner .
Die Wirtschaft wies 2007 die höchste Wachstumsrate in Lateinamerika auf. Dies schlägt sich auch auf die Preise nieder und in der hohen Inflationsrate. Offiziell lag diese 2007 bei 8.5%, doch dem argentinischen Statistikamt wurden schwere Fehler vorgeworfen, was die Daten angeht. Private Experten gehen von 15 bis 25% aus.

Zahlungsmittel

Die üblichen Kreditkarten werden fast überall akzeptiert. An internationalen Geldautomaten können Sie damit und mit der Maestro-Karte Geld abheben.
US Dollars werden für den Wechsel empfohlen (auf dem Schwarzmarkt strafbar!). An touristischen Orten und in grossen Städten werden US $ teilweise direkt in Zahlung genommen. Auf Reiseschecks in US $ werden zum Teil hohe Wechselkommissionen verrechnet.

Amtssprache

Spanisch.
Es gibt zahlreiche indianische Sprachen.