Brasilien
Brasilien steht für Samba, Karneval, Caipirinha und weltberühmte Fussballer, aber auch für die Bedrohung der Tropenwälder und der indigenen Bevölkerung. Fest steht, dass Brasilien ein Land voller Gegensätze ist: riesige Städte und endlose Natur, Armut und Reichtum, tropische Wälder und trockene Steppen, barocke Städte und primitive Hütten, Materialismus und Spiritismus. Die Aufzählung liesse sich endlos fortsetzen. Ebenfalls klar ist, dass Brasiliens Rhythmus und Lebensfreude ansteckend wirken und dass der Abschied bestimmt nicht leichtfallen wird.
Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land des amerikanischen Kontinents und hat rund 190 Millionen Einwohner. Mit seiner Fläche von gut 8,5 Millionen Quadratkilometern ist es das fünftgrösste Land der Welt. Die Nord-Süd-Ausdehnung Brasiliens entspricht etwa der Entfernung vom Nordkap bis Gibraltar, im west-östlichen Vergleich ist die Landkarte Brasiliens vergleichbar mit der Strecke von der Bretagne bis zum Ural.
Brasilien ist geprägt durch die ausgedehnten Regenwälder des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügel und Gebirge im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Grossteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Grossstädte befinden.
Wer sich für einen Sprachaufenthalt in Brasilien entscheidet, den erwarten atemberaubende Landschaften, eine faszinierende Tier- und Pflanzenwelt, freundliche Menschen, historische Sehenswürdigkeiten, Naturparks, Regenwald und das geheimnisvolle Amazonasgebiet.
Die Küche Brasiliens ist durch portugiesische Einwanderer der Kolonialzeit und afrikanische Sklaven beeinflusst. Jeder Bundesstaat hat seine Spezialitäten und Besonderheiten. Gewisse Grundzutaten werden jedoch in den meisten Regionen verwendet. Dazu zählen Fleisch und Fisch, schwarze Bohnen, Reis, Mais, Maniok, Chili, scharfe Pfeffersauce, Kokosmilch und Palmöl.
Als eine Art Nationalgericht gilt vielen Brasilianern die Feijoada, ein deftiger Eintopf aus Bohnen und Fleisch. Ursprünglich war dies ein billiges Essen für die Sklaven. Eine Lieblingsspeise ausländischer Besucher ist der Churrasco. Ursprünglich stammt er aus dem Süden, wo die Gaúchos das Fleisch über offenem Feuer grillten, heute ist das Gericht in ganz Brasilien verbreitet. Die meisten Churrascarias bieten den Spiessbraten als Rodizio an: Zu einem festen Preis kann der Gast von mehreren Fleischsorten essen, soviel er will. Die Kellner bringen Spiesse mit gegrilltem Rind- und Schweinefleisch, Hühnchen und Würsten an Ihren Tisch und schneiden die Stücke Ihrer Wahl ab.
Brasilianische Gerichte sind stets gut gewürzt oder werden mit scharfen Saucen gereicht. Viele brasilianische Desserts werden aus Früchten, Kokosnuss, Eigelb oder Milch hergestellt. Kokosnuss erscheint auf verschiedenste Art als Nachspeise oder Bonbons. Quindim, die Eierspeise nach portugiesischer Art, ist eine reichhaltige Kokosnuss-Eiercreme. «Doce de leite» ist eine brasilianische Version von Crème Karamel, und «Pudim de leite» ein süsser Pudding, der aus süsser Kondensmilch und Karamellsirup gemacht wird. «Bolo de aipim» ist trotz des Namens mehr ein Pudding als ein Kuchen, der aus geriebenen Wurzeln und Kokosnuss zubereitet wird.
Die Rangliste der Nationalgetränke führt das Bier an. Ein weiteres landestypisches Getränk ist Caipirinha aus Zuckerrohrschnaps (Cachaça), Limonenstücken, Zucker und Eis.
Die brasilianische Kultur wurde nicht nur von den Portugiesen geformt, sondern vor allem von den Ureinwohnern, der afrikanischen Bevölkerung und verschiedenen europäischen und asiatischen Kulturen.
Einmalig und faszinierend ist die Vielfalt an Musik und Tanz. Von den lebensfrohen Rhythmen wird man so schnell nicht mehr loskommen.
Der Karneval ist in vielen Regionen das wichtigste Ereignis des Jahres, und es wird tage- und nächtelang getanzt und gefeiert. Lassen Sie sich von der Lebensfreude und Energie der Bevölkerung anstecken und tauchen Sie ein ins einzigartige brasilianische Lebensgefühl. Eines der grundlegenden Elemente der brasilianischen Kultur ist die Musik. Samba, Bossa-Nova, Lambada, Forró, Axé und Pagode sind nur einige der unterschiedlichen Rhythmen, die in Brasilien entstanden sind. Zu den berühmten brasilianischen Musikern gehören Antônio Carlos Jobim, der mehr als 400 Lieder komponiert hat, und Komponisten wie Gilberto Gil und Caetano Veloso. Brasilien bietet so zahlreiche und unterschiedliche Musikstile, dass das Land als «Samba-Land» zu bezeichnen nicht nur falsch, sondern auch schade wäre.
Portugiesisch ist die offizielle Amtssprache, aber verschiedene Akzente und Slangs variieren je nach Region. Afrikanische und indianische Ausdrücke wurden in die portugiesische Sprache integriert, und das brasilianische Portugiesisch unterscheidet sich deutlich von dem Portugals. Auch in der Religion spiegelt sich die Vielfalt Brasiliens wider. Offiziell ist Brasilien mit 80% der Bevölkerung ein römisch-katholisches Land. Viele Menschen, besonders in Nordosten, praktizieren aber Umbanda und Candomblé, die von den Sklaven aus Afrika mitgebracht wurden und heute als Synkretismus afrikanischer Rituale und christlicher Werte besteht. In den letzten Jahren hat die Evangelische Kirche viele Gläubige gewonnen, und heute bezeichnen sich bereits 15% der Bevölkerung als evangelisch.
Brasilien ist das Land mit der grössten Artenvielfalt der Erde. Im Amazonasgebiet kommen rund 50'000 verschieden Pflanzenarten vor, nur die Hälfte davon wurde bis jetzt benannt und klassifiziert. Es gibt 2'500 verschiedene Baumarten, einige mit über 60 Metern Höhe.
Das Amazonasgebiet ist auch bekannt für seine Papageien, Tukane und Kolibris. Es gibt etwa 1'500 bekannte Insekten- und Schmetterlingsarten. Zu den grösseren Tieren im Regenwald gehören der Tapir, das Wildschwein, der Jaguar und der Puma. Andere Lebewesen im Regenwald sind Wildkatzen, Affen, Faultiere, Gürteltiere und Ameisenbären. Es gibt auch zahlreiche Fischarten, darunter der aggressive Piranha.
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Brasilien wurde am 22. April 1500 von den Portugiesen entdeckt und zu einer portugiesischen Kolonie ausgebaut. Im Jahre 1807 flohen das portugiesische Parlament und die Königsfamilie mitsamt Hofstaat vor den Bedrohungen durch Napoleon Bonaparte aus Portugal, und der portugiesische Regierungssitz wurde nach Brasilien verlegt. Nach der Rückkehr der Regierung Portugals im Jahre 1821 wurde die Regierung Brasiliens Dom Pedro I., dem Sohn des portugiesischen Königs João VI., übertragen. Dieser weigerte sich am 9. Januar 1822, einem Beschluss des portugiesischen Parlaments zu gehorchen, der ihm die Herrschaft über Brasilien wieder entziehen und das Land erneut unter koloniale Verwaltung stellen sollte. Am 7. September 1822 erklärte er die Unabhängigkeit Brasiliens und liess sich am 12. Oktober zum ersten Kaiser krönen. Das Land blieb eine Monarchie, bis am 15. November 1889 Dom Pedro II., der Sohn und Nachfolger von Dom Pedro I., entthront wurde und Marschall Deodoro da Fonseca die Republik ausrief. Brasilien blickt somit auf eine bewegte Landesgeschichte und -politik zurück. Die heutige Bundesrepublik Brasilien hat 26 Bundesstaaten, die Hauptstadt ist Brasília.
Geniessen Sie das Unterhaltungsangebot der Grossstädte, machen Sie einen Ausflug ins Amazonasbecken und zu den spektakulären Iguaçu-Wasserfällen oder entspannen Sie sich unter der Sonne an einem der Sandstrände – Brasilien bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten für jeden Geschmack. Der Strandurlauber wird hier genauso fündig wie der Tourist, der sich für die faszinierenden Naturschönheiten interessiert oder die Geschichte des Landes entdecken möchte.
Zu den Sehenswürdigkeiten in Brasilien zählt das Amazonasgebiet, in welchem sich noch ursprünglicher tropischer Regenwald bestaunen lässt und in dem eine unbeschreibliche Artenvielfalt herrscht. Auf geführten Touren, die von vielen Reiseanbietern angeboten werden, lernen Sie das Ökosystem kennen und werden gleichzeitig auch mit den herrschenden Problemen konfrontiert. Eine Fahrt auf dem Amazonas sollten Sie sich auf keinen Fall entgehen lassen, unzählige Nebenflüsse spalten sich vom Hauptstrom ab und bieten die Möglichkeit, in den Regenwald einzutauchen.
Im Nordosten des Landes finden sich die schönsten Strände von ganz Brasilien. Kilometerlange, feinsandige Strände warten darauf, entdeckt zu werden. Als Geheimtipp und Traumziel für einen Strandurlaub gilt die kleine Insel Itaparica. Aber auch die Städte im Nordosten warten mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten auf. Zu erwähnen ist hier die zweigeteilte Stadt Salvador, in der sich viele neue Eindrücke von Brasilien sammeln lassen. Entlang der gesamten Küste von Brasilien finden sich Sehenswürdigkeiten aus alten Zeiten. Ob Ureinwohner oder Kolonialzeit, Geschichtsinteressierte werden von der Hülle und Fülle der Informationen begeistert sein.
Eine der Hauptattraktionen und Sehenswürdigkeiten von Brasilien ist aber bekanntlich Rio de Janeiro. Die Stadt am Zuckerhut ist nicht nur wegen des Karnevals weltberühmt. Die Copacabana ist einer der bekanntesten Strände, wenn nicht sogar der bekannteste Strand auf unserem Globus. Das wohl bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist die Christusstatue «Cristo Redentor», die ihren Blick auf den Zuckerhut richtet, was sie wie einen übermächtigen Schutzengel für die Stadt Rio de Janeiro wirken lässt.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Rio de Janeiro sind viele Bauten aus der brasilianischen Kaiserzeit, aber auch Museen, Ausstellungen und andere kulturelle Einrichtungen.
Hier finden Sie alle unsere Schulen in diesem Land:
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